Wasserstoffbusse: RVK baut Europas größte Flotte weiter aus
Der öffentliche Nahverkehr steht vor der Aufgabe, Emissionen dauerhaft zu reduzieren und gleichzeitig ein zuverlässiges Verkehrsangebot sicherzustellen. Wasserstoffbusse gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) zeigt, wie sich alternative Antriebe schrittweise in den Linienbetrieb integrieren lassen. Mit dem vollständigen Abruf von 108 geförderten Fahrzeugen wächst die Flotte auf insgesamt 160 Wasserstoffbusse an. Damit betreibt das Unternehmen derzeit die größte Wasserstoffbusflotte Europas und verfolgt konsequent das Ziel einer klimaneutralen Mobilität.
Wasserstoffbusse wachsen auf 160 Fahrzeuge an
Die RVK hat sämtliche 108 Wasserstoffbusse übernommen, die im Rahmen der Bundesförderung für alternative Antriebe im öffentlichen Personennahverkehr bewilligt wurden. Die letzten Fahrzeuge des Typs Wrightbus Kite Hydroliner FCEV wurden bereits Ende 2025 ausgeliefert und in den Betrieb integriert.
Bereits 2022 erhielt die RVK die Förderzusage. Innerhalb von nur drei Jahren stieg die Zahl der Wasserstoffbusse von 52 auf 160 Fahrzeuge. Gleichzeitig überschritt der Anteil nachhaltiger Antriebe erstmals den Bestand klassischer Dieselbusse. Damit verändert sich die Zusammensetzung der gesamten Busflotte deutlich in Richtung emissionsarmer Technologien.
Unterschiedliche Fahrzeugkonzepte für den Praxiseinsatz
Die neuen Wasserstoffbusse stammen von den Herstellern Solaris und Wrightbus. Zum Einsatz kommen die Modelle Solaris Urbino 12 Hydrogen, Solaris Urbino 18 Hydrogen sowie der Wrightbus Kite Hydroliner FCEV.
Die RVK verfolgt dabei bewusst einen technologieoffenen Ansatz. Unterschiedliche Fahrzeugkonzepte ermöglichen den Vergleich verschiedener technischer Lösungen unter realen Einsatzbedingungen. So lassen sich Erfahrungen hinsichtlich Reichweite, Betriebskosten, Wartung und Alltagstauglichkeit sammeln. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen flexibel bei zukünftigen Beschaffungsentscheidungen.
Klimaneutrale Mobilität basiert auf mehreren Antriebsarten
Für die RVK stellen Wasserstoffbusse nicht die einzige Lösung dar. Vielmehr setzt das Verkehrsunternehmen auf einen Mobilitätsmix aus Wasserstoff, Batterieelektrik, Bio-Methan sowie Diesel während der Übergangsphase.
Diese Strategie verfolgt das langfristige Ziel einer klimaneutralen Mobilität mit dem Unternehmensziel „Null Emission“. Parallel zum Austausch der Fahrzeuge entsteht die notwendige Infrastruktur, um den wachsenden emissionsfreien Fuhrpark zuverlässig versorgen zu können. Konventionelle Dieselbusse sollen dabei schrittweise aus dem Betrieb verschwinden.
Hohe Reichweite spricht für Wasserstoffbusse
Ein wesentlicher Vorteil der Wasserstoffbusse liegt in ihrer Reichweite. Gerade auf langen Regionalverbindungen spielt diese Technologie ihre Stärken aus.
Als Beispiel nennt die RVK die Linie 260 zwischen Remscheid und Köln mit einer Streckenlänge von rund 100 Kilometern. Diese Strecke kann zuverlässig mit Wasserstoffbussen bedient werden. Hinzu kommt die kurze Betankungszeit: Ein vollständig leerer Bus lässt sich innerhalb von rund zehn Minuten wieder vollständig befüllen. Dadurch entstehen kaum längere Standzeiten im täglichen Betrieb.
Eigene Wasserstofftankstellen sichern den Betrieb
Mit dem Ausbau der Fahrzeugflotte wächst auch der Bedarf an einer leistungsfähigen Infrastruktur. Deshalb betreibt die RVK bereits eigene Wasserstofftankstellen an den Standorten Wermelskirchen und Meckenheim.
Darüber hinaus entstehen weitere Projekte wie der Grüne Mobilhof in Bergisch Gladbach sowie das Aus- und Weiterbildungszentrum in Mechernich. Dort sollen Elektrolyseure künftig Wasserstoff direkt vor Ort erzeugen. Dadurch kann die Versorgung unabhängiger organisiert und langfristig abgesichert werden.
Gleichzeitig schaffen diese Investitionen die Grundlage für den weiteren Ausbau batterieelektrischer Busse, der bereits fest eingeplant ist.
Wasserstoffbusse verbessern den ÖPNV in mehreren Regionen
Von der Flottenumstellung profitieren zahlreiche Verkehrsgebiete der RVK. Dazu gehören der Rheinisch-Bergische Kreis, der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis, der Kreis Euskirchen sowie die Stadtverkehre in Bonn, Brühl, Euskirchen, Hürth und Wesseling.
Vor allem in Regionen mit anspruchsvoller Topografie gelten Wasserstoffbusse als interessante Alternative. Sie fahren lokal emissionsfrei, reduzieren Lärm und verbessern die Luftqualität. Gleichzeitig unterstützen neue Tankstellen und die Wasserstoffproduktion vor Ort die regionale Wertschöpfung.
Klimaneutrale Mobilität bleibt langfristiges Ziel
Mit mittlerweile 160 Fahrzeugen setzt die RVK ihre Strategie konsequent fort. Die Kombination aus Wasserstoff, Batterieelektrik und weiteren alternativen Antrieben schafft die Grundlage für einen schrittweisen Übergang zu einem emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr.
Die Investitionen in Fahrzeuge, Infrastruktur und Eigenproduktion von Wasserstoff zeigen, dass klimaneutrale Mobilität nicht allein vom Fahrzeug abhängt. Erst das Zusammenspiel aus moderner Technik, zuverlässiger Energieversorgung und langfristiger Planung ermöglicht einen wirtschaftlichen und leistungsfähigen ÖPNV. Die Entwicklung bei der RVK verdeutlicht, wie Wasserstoffbusse bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Transformation des öffentlichen Verkehrs leisten.



