Autonomes Fahren wird alltagstauglich
Autonomes Fahren entwickelt sich zunehmend von der Vision zur praktischen Anwendung im Alltag. Für Unternehmen mit Fuhrparks, Mobilitätsverantwortliche und Entscheider in der betrieblichen Mobilität rücken dabei vor allem Sicherheit, Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit in den Fokus. Genau an dieser Stelle setzen Nissan und Wayve an. Beide Unternehmen bündeln ihre Kompetenzen, um Fahrerassistenzsysteme der nächsten Generation auf die Straße zu bringen. Ziel ist es, autonomes Fahren nicht nur auf Autobahnen, sondern auch im komplexen urbanen Umfeld nutzbar zu machen – ein entscheidender Schritt für moderne Mobilitätskonzepte.
Nissan ProPILOT als Basis für autonomes Fahren
Nissan gehört zu den Herstellern, die Fahrerassistenzsysteme frühzeitig in die Serie gebracht haben. Bereits 2016 wurde der ProPILOT Assistent eingeführt, der zunächst das Fahren innerhalb einer Spur auf Autobahnen unterstützte. Mit ProPILOT 2.0 folgte 2019 die Erweiterung auf mehrspurige Strecken. Heute ist das System in mehreren Nissan-Modellen verfügbar und bildet die technologische Grundlage für weiteres autonomes Fahren.
Die nächste Evolutionsstufe zielt nun darauf ab, Fahrerinnen und Fahrer auch abseits der Autobahn zu unterstützen. Gerade im Stadtverkehr mit unübersichtlichen Situationen, wechselnden Verkehrsführungen und hohem Verkehrsaufkommen ist autonomes Fahren bislang eine besondere Herausforderung.
Fotos: Nissan
Wayve bringt KI-Software in die Serie
Um diese Hürde zu nehmen, integriert Nissan die KI-basierte Software von Wayve in die kommende Generation von ProPILOT. Wayve setzt auf lernfähige künstliche Intelligenz, die Fahrverhalten nicht starr programmiert, sondern aus realen Verkehrssituationen ableitet. Kern der Lösung ist der sogenannte „Wayve AI Driver“, der in Kombination mit Nissans „Ground Truth Perception“-Technologie arbeitet.
Letztere nutzt unter anderem Lidar-Sensorik, um ein besonders präzises Umfeldmodell zu erstellen. Kameras, Radar und Lidar werden dabei intelligent verknüpft. Für autonomes Fahren bedeutet das: bessere Objekterkennung, verlässliche Entscheidungsfindung und ein hohes Maß an Redundanz – zentrale Faktoren für den Einsatz im urbanen Raum.
Vom Prototyp zur Serienanwendung
Ein erster Prototyp mit der integrierten Wayve-KI wurde bereits im September 2025 vorgestellt. Die nun geschlossene Vereinbarung zwischen Nissan und Wayve ebnet den Weg für den Serieneinsatz. Geplant ist, die Technologie in Serienfahrzeugen verfügbar zu machen und auf unterschiedliche Märkte anzupassen. Neben Japan zählen auch Nordamerika und weitere Regionen zu den Zielmärkten.
Ein erstes Serienmodell mit der neuen ProPILOT-Generation soll im Geschäftsjahr 2027 in Japan eingeführt werden. Für Flottenbetreiber ist dieser Zeithorizont besonders relevant, da Investitions- und Beschaffungszyklen frühzeitig geplant werden müssen.
Autonomes Fahren lernt mit jeder Fahrt
Ein wesentlicher Vorteil der KI-Architektur von Wayve liegt in ihrer Anpassungsfähigkeit. Die Systeme lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand auf neue Städte, Verkehrssituationen und Fahrzeugplattformen übertragen. Durch den Einsatz in Serienfahrzeugen sammeln Nissan und Wayve umfangreiche Daten aus realen Fahrbedingungen. Diese fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Systeme ein.
Für das autonome Fahren bedeutet das eine stetige Verbesserung von Komfort und Sicherheit. Gleichzeitig stärkt dieser Ansatz die Wettbewerbsfähigkeit von Nissan, da Software-Updates und Funktionsanpassungen schneller umgesetzt werden können als bei klassischen, regelbasierten Assistenzsystemen.
Bedeutung für betriebliche Mobilität und Flotten
Gerade im Kontext der betrieblichen Mobilität eröffnet autonomes Fahren neue Perspektiven. Assistenzsysteme, die auch im Stadtverkehr zuverlässig funktionieren, können Unfallrisiken senken, Fahrpersonal entlasten und die Effizienz von Dienstfahrten erhöhen. Für Unternehmen mit internationalen Flotten ist zudem entscheidend, dass die Systeme auf unterschiedliche Märkte skalierbar sind – ein Punkt, den Nissan und Wayve explizit adressieren.
Weitere Informationen zum Thema Autonomes Fahren zeigen, wie stark softwarebasierte Ansätze künftig die Mobilitätsstrategien von Herstellern und Unternehmen beeinflussen werden.
Die Kooperation zwischen Nissan und Wayve steht exemplarisch für den Wandel hin zu KI-gestütztem autonomem Fahren. Auf Basis der bewährten ProPILOT-Technologie entsteht ein System, das Autobahn- und Stadtverkehr gleichermaßen abdeckt. Lernfähige Software, kombiniert mit moderner Sensorik, schafft die Voraussetzung für mehr Sicherheit und Komfort. Für die betriebliche Mobilität und den Flotteneinsatz markieren diese Entwicklungen einen wichtigen Schritt in Richtung automatisierter, effizienter Mobilitätslösungen.
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