Elektromobilität im Realitätscheck
Elektromobilität wird zunehmend zum Dreh- und Angelpunkt nachhaltiger Unternehmensstrategien. Dennoch kursieren hartnäckige Mythen, die potenzielle Umsteiger verunsichern – von Reichweitenängsten bis hin zu Stromnetz-Kollaps-Szenarien. Ein Beitrag von MOBIKO räumt auf mit Fehlinformationen rund um Elektromobilität und Mythen – basierend auf aktuellen Zahlen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und Praxisbeispielen. Unternehmen erhalten hier fundierte Orientierung für ihren Mobilitätswandel.
Die Reichweiten-Angst: Eine überholte Sorge
Die Behauptung, Elektroautos seien im Alltag unpraktisch wegen zu geringer Reichweite, hält sich wacker. Doch moderne Fahrzeuge bieten heute im Durchschnitt 300 bis 400 Kilometer reale Reichweite – für den Pendelverkehr und urbane Mobilität mehr als ausreichend. Hinzu kommt der technologische Fortschritt im Bereich Schnellladen: 800-Volt-Systeme ermöglichen heute Ladezyklen von 10 auf 80 Prozent in nur 20 Minuten.
Zukunftsweisend sind sogenannte Feststoffbatterien, die ab 2030 Reichweiten von über 1000 Kilometern versprechen. Parallel dazu wächst die Ladeinfrastruktur rasant – über 161.000 öffentliche Ladepunkte erleichtern heute schon die Alltagsmobilität deutlich. Die Elektromobilität zeigt hier eindrucksvoll, dass frühere Schwächen längst behoben wurden.
Kostenfaktor Elektroauto: Das große Missverständnis
Oft wird argumentiert, E-Autos seien langfristig teurer. Eine detaillierte TCO-Betrachtung (Total Cost of Ownership) zeigt das Gegenteil: Elektrofahrzeuge sind über die gesamte Nutzungsdauer hinweg meist günstiger. Wartungskosten fallen deutlich geringer aus – kein Ölwechsel, keine Kupplung, kein Auspuff.
Auch bei Energiekosten ergibt sich ein klarer Vorteil: Laden zu Hause war 2024 rund 47 % günstiger als Benzinbetrieb. Steuerliche Vorteile wie die 0,25-Prozent-Regel bei der Firmenwagenbesteuerung senken die laufenden Ausgaben zusätzlich. Besonders für Flottenbetreiber ergeben sich hier enorme Einsparpotenziale.
Nachhaltigkeit – mehr als nur Marketing
Ein gern genannter Mythos: Elektroautos seien gar nicht nachhaltiger, da ihre Produktion – speziell der Batterien – zu ressourcenintensiv sei. Richtig ist: Die CO₂-Emissionen bei der Herstellung sind höher, doch dieser Nachteil wird im Betrieb schnell ausgeglichen. Spätestens nach 45.000 bis 60.000 Kilometern zeigt sich die bessere Klimabilanz – insbesondere bei Nutzung von Ökostrom.
Zudem schreiten die Recyclingtechnologien rasant voran. Über 90 % der Materialien in Batterien lassen sich heute bereits zurückgewinnen – ein essenzieller Schritt für eine verantwortungsvolle Ressourcennutzung. Prognosen zeigen: Elektrofahrzeuge werden bis 2050 in nahezu allen Umweltkategorien überlegen sein.
Brandgefahr? Fakten statt Bilderflut
Brennende Elektroautos erzeugen spektakuläre Bilder – die Realität sieht weniger dramatisch aus. Statistisch brennen E-Fahrzeuge seltener als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor. Gründe dafür sind moderne Batterie-Management-Systeme, thermische Schutzmechanismen und das Fehlen leicht entflammbarer Flüssigkeiten wie Benzin.
Im Fall eines Batteriebrands verläuft die Entwicklung langsamer, was mehr Zeit für Gegenmaßnahmen lässt. Feuerwehren setzen inzwischen auf spezialisierte Löschverfahren für Lithium-Ionen-Akkus. Die tatsächliche Brandgefahr ist geringer als oft dargestellt.
Stromnetz am Limit? Eher nicht
Auch die Sorge, dass Elektromobilität die Stromnetze überlastet, ist unbegründet. Laut Bundesnetzagentur wird der zusätzliche Strombedarf bis 2030 lediglich 4 % des Gesamtverbrauchs ausmachen. Die größeren Herausforderungen betreffen nicht die Erzeugung, sondern die Verteilung.
Hier kommen intelligente Ladelösungen ins Spiel: Lastmanagement, netzdienliches Laden und dezentrale Speicher können die Netzstabilität sogar verbessern. Digitale Tools erleichtern inzwischen auch die Abrechnung von Heimladungen bei Dienstwägen – ein Aspekt, der besonders Unternehmen betrifft. Anbieter wie MOBIKO zeigen, wie Heimladung transparent, DSGVO-konform und nutzerfreundlich umgesetzt werden kann.
Unternehmensmobilität neu denken
Die Auseinandersetzung mit Elektromobilität und Mythen zeigt: Viele Ängste basieren auf veralteten Informationen. Moderne Technologien, transparente Kostenmodelle und eine verbesserte Infrastruktur machen E-Fahrzeuge heute zur attraktiven Lösung – ökologisch wie ökonomisch.
Unternehmen, die frühzeitig umstellen, sichern sich nicht nur Kostenvorteile, sondern auch eine starke Position in der Wahrnehmung von Kundinnen, Mitarbeitenden und Investoren. Nachhaltige Mobilität wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor – wer zögert, verschenkt Potenzial.