Mit zunehmender Verdichtung des Verkehrsraums steigen die Anforderungen an intelligente Sicherheitssysteme. Besonders im urbanen Umfeld geraten herkömmliche Fahrerassistenzsysteme an physikalische Grenzen, wenn Sichtachsen versperrt oder Objekte verdeckt sind. Genau hier setzen Vision Pulse, Kia und Hyundai an. Die gemeinsam entwickelte Technologie nutzt Ultrabreitband-Funk, um potenzielle Gefahren in Echtzeit zu erkennen – selbst dort, wo Kameras und klassische Sensorik an ihre Grenzen stoßen. Für die betriebliche Mobilität eröffnet das neue Optionen, um Sicherheit, Effizienz und Kostenkontrolle miteinander zu verbinden.
Vision Pulse: Sicherheit durch Ultrabreitband-Funk
Das Herzstück von Vision Pulse ist die Kurzstrecken-Funktechnologie Ultrabreitband (UWB). Anders als visuelle oder radarbasierte Systeme arbeitet sie unabhängig von Lichtverhältnissen und Sichtfeldern. UWB-Module senden kontinuierlich Signale aus und empfangen diese von anderen Modulen in der Umgebung. Anhand der Laufzeit der Signale berechnet das System die exakte Position potenzieller Hindernisse.
Der große Vorteil: Vision Pulse kann Objekte im Umkreis von bis zu 100 Metern mit einer Genauigkeit von rund zehn Zentimetern erfassen. Selbst bei Dunkelheit, schlechtem Wetter oder verdeckten Kreuzungen bleibt die Ortungsgenauigkeit stabil. Für Flottenbetreiber bedeutet das ein zusätzliches Sicherheitsnetz in Situationen, die bisher als kaum beherrschbar galten.
Fotos: Kia
Vernetzte Verkehrsteilnehmer als Sicherheitsfaktor
Ein zentrales Element von Vision Pulse ist die Interaktion mit anderen UWB-fähigen Geräten. Dazu zählen nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Smartphones, Wearables oder spezielle Tracker. Fußgänger, Radfahrer oder Mitarbeiter in Arbeitsumgebungen können so aktiv in das Sicherheitskonzept eingebunden werden.
Viele Modelle von Kia und Hyundai, die bereits mit dem digitalen Autoschlüssel Digital Key 2.0 ausgestattet sind, verfügen serienmäßig über UWB-Module. Zusätzliche Hardware ist daher nicht zwingend erforderlich. Das senkt die Einstiegshürde für den Einsatz von Vision Pulse und macht die Technologie besonders attraktiv für den schrittweisen Rollout in bestehenden Fahrzeugflotten.
Algorithmen denken mit: Dynamische Objekte im Fokus
Im realen Verkehr bewegen sich Objekte selten konstant oder vorhersehbar. Vision Pulse kombiniert die Funkortung daher mit vorausschauenden Algorithmen, die Bewegungsmuster analysieren und Positionen prognostizieren können. Auch mehrere, sich schnell bewegende Objekte lassen sich gleichzeitig verfolgen.
Diese Fähigkeit erhöht die Reaktionszeit der Systeme deutlich. Warnungen erfolgen nicht erst im Moment der Gefahr, sondern bereits dann, wenn sich eine kritische Situation abzeichnet. Für Fahrerassistenzfunktionen schafft das die Grundlage für präzisere Eingriffe und eine insgesamt höhere Betriebssicherheit.
Weniger Sensorik, mehr Effizienz
Ein weiterer Aspekt von Vision Pulse ist die Reduzierung der Abhängigkeit von kostenintensiver Sensorik wie Lidar oder Radar. Durch die Nutzung vorhandener UWB-Hardware lässt sich die Systemarchitektur vereinfachen. Das wirkt sich positiv auf Wartung, Skalierbarkeit und Gesamtbetriebskosten aus – ein Punkt, der insbesondere für gewerbliche Fahrzeugbetreiber relevant ist.
Gleichzeitig ergänzt Vision Pulse bestehende Systeme, statt sie zu ersetzen. Die Technologie fügt dem Sicherheitskonzept eine zusätzliche Ebene hinzu, die unabhängig von optischen Einschränkungen arbeitet.
Einsatzfelder über den Straßenverkehr hinaus
Kia und Hyundai denken Vision Pulse bewusst über klassische Fahrerassistenz hinaus. In industriellen Umgebungen wie Logistikzentren oder Häfen kann das System helfen, Kollisionen zwischen Flurförderzeugen und Mitarbeitern zu vermeiden. Erste Tests laufen bereits in spezialisierten Produktions- und Umrüstzentren.
Auch im Katastrophenschutz eröffnen sich neue Szenarien. UWB-Signale können Personen lokalisieren, selbst wenn diese unter Trümmern eingeschlossen sind. Damit entwickelt sich Vision Pulse zu einer Technologie, die Mobilität, Arbeitssicherheit und Rettungseinsätze gleichermaßen unterstützen kann.
Praxistest im Alltag: Sicherheit für die Kleinsten
Ein anschauliches Anwendungsbeispiel liefert ein Demonstrationsprojekt mit einem Kindergartenbus. Kinder tragen kleine UWB-Module, integriert in Anhänger mit Schutzengel-Design. Das Fahrzeug erkennt ihre Position zuverlässig, auch wenn sie sich außerhalb des direkten Sichtfelds aufhalten. Für den Alltag zeigt dieses Szenario, wie Vision Pulse Sicherheit ohne komplexe Bedienung ermöglichen kann.
Mit Vision Pulse zeigen Kia und Hyundai, wie sich Funktechnologie gezielt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit einsetzen lässt. Die Kombination aus präziser Ortung, vorausschauender Software und vorhandener Hardware macht das System sowohl für Serienfahrzeuge als auch für industrielle Anwendungen interessant. Für die betriebliche Mobilität könnte Vision Pulse damit zu einem wichtigen Baustein werden, um Risiken zu minimieren und Prozesse sicherer zu gestalten.
Erwähnte Unternehmen im Branchenverzeichnis
Verwandte Kategorien im Branchenverzeichnis
Ähnliche Meldungen
Neueste Meldungen














